Was haben Manager mit Menschenrechten am Hut?

„Gutes Verhalten von Unternehmen ist im Trend“

Von Wolf Achim Wiegand

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Hamburg (waw) – „Bei globalen Geschäften müssen Konzerne und ihre Tochterfirmen Menschenrechte und Umweltstandards respektieren.“ Sagte Amnesty International. Schon 2015.

Doch dass ethisch anständiges Verhalten eine Managementaufgabe ist, das ist in mancher Chefetage bis heute kaum bis gar nicht angekommen. Dabei gibt es immer wieder Fälle, die in der Wirtschaft die Alarmglocken schrillen lassen müssten:

  • Aldi, Lidl und Rewe interessierten sich „zu wenig für Menschenrechte„, meldete das Handelsblatt kürzlich unter Berufung auf eine Studie der Hilfsorganisation Oxfam.  „Routinemäßig“ finde bei den Discounter-Lieferanten physische oder verbale Gewalt gegen Arbeiter statt, Zwangs- und Kinderarbeit seien ebenfalls keine Ausnahme.
  • Der Textildiscounter KiK stand wegen des verherenden Fabrikbrandes bei Ali Enterprises in Karatschi, Pakistan, vor gut sechs Jahren in Dortmund vor Gericht – wegen Missachtung von Sicherheitsmaßnahmen seiner Lieferanten. KiK wurde zwar wegen Verjährung freigesprochen, dennoch lastet ein Makel auf dem Klamottenverkäufer.
  • Die luxemburgische Socfin-Gruppe (Rohstoffhandel) wird beschuldigt, lokale Bauern von Kautschuk-Plantagen in Liberia vertrieben zu haben, um die eigenen Pflanzungen vergrössern zu können.
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Nach jahrelanger Kritik an ihrem Umweltgebaren publizieren heute etliche Unternehmen wie selbstverständlich Nachhaltigkeitsberichte (etwa die Otto Group). Doch das Thema Menschenrechte ist noch längst nicht überall gut durchgedrungen. Dabei wird der öffentliche Ruf nach Produkten, die nicht nur ökologisch sauber sind, immer stärker.

Dem Trend kann sich auch die Bundesregierung nicht entziehen. Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) und Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) planen ein Gesetz, das deutsche Unternehmen auf die stärkere Einhaltung von Menschenrechtsstandards in ausländischen Fabriken verpflichten soll. Kernpunkte des sogenannten Wertschöpfungskettengesetzes:

  • Fabrikgebäude müssen sicher gebaut sein,
  • die Beschäftigten müssen existenzsichernde Löhne erhalten,
  • die Höchstarbeitszeit ist einzuhalten,
  • giftige Chemikalien dürfen nichts verseuchen.

Gemünzt ist das Gesetz auf Firmen ab 250 Beschäftigten und mit über 40 Millionen Euro Jahresumsatz. Sanktionen: bis zu fünf Millionen Euro, Gefängnis und Ausschluss von öffentlichen Auftragsvergaben in Deutschland.

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Auch in der Schweiz gibt es Pläne, Konzernen gesetzliche Auflagen zu machen. Die sogenannte Konzernverantwortungsinitiative will eidgenössische Unternehmen bei Vergehen gegen Umwelt und Menschenrechte im Ausland daheim zur Verantwortung ziehen. „Verantwortung für unser Handeln stoppt nicht an der Grenze,“ argumentiert Simone Curau-Aepli, Präsidentin des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes (SKF). Die Chancen zur Verwirklichung stehen allerdings noch in den Sternen.

Die Europäische Union ist ebenfalls dabei, eine Sanktionspolitik für Menschrechtsverletzer zu entwickeln.

Es bleibt festzuhalten: Menschenrechte in der Wirtschaft sind zum öffentlichen Thema geworden. Und das muss kein „Problem“ sein. Schon vor Jahren hat die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) aufgezeigt, dass arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen in Handelsvereinbarungen keine negativen Auswirkungen auf die Geschäfte hätten – aus wirtschaftlicher Sicht gibt es also keinen Grund zur Zurückhaltung. Und schon gar nicht aus Imagegründen. Denn:

Löning Markus

Markus Löning
Foto: Caroline Pitzke

Neben der Einhaltung von Umweltstandards ist mittlerweile die aktive Wahrung der Menschenrechte aus einer zukunftsweisenden Unternehmensstrategie nicht mehr wegzudenken,“ sagt Markus Löning, der frühere Bundesbeauftragte für Menschenrechte. Der einstige FDP-Politiker unterstützt Firmen als Berater dabei, „den Respekt vor der Würde des Menschen in Ihren Geschäftstätigkeiten effektiv zu berücksichtigen.“

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Wer also ernsthaft damit anfängt, sein Business von eventuellen Fragwürdigkeiten zu befreien und die Einhaltung von Menschenrechten als Asset begreift, kann das übrigens gut kommunizieren. So wird aus einer vermeintlichen Last eine Lust. Wir, Die WIEGANDs – auftrittsberater, trainieren mit Ihnen die praktische Umsetzung Ihrer guten Botschaften. Was wollen Sie mehr?

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