SCHWARZE RHETORIK – was das ist und wie sie wirkt

Von Wolf Achim Wiegand

Hamburg (waw) – Ich fange mal mit einer Definition an: was ist „Schwarze Rhetorik?“

  • Das ist die Fähigkeit, ein Gespräch oder einen wesentlichen Gedanken zielorientiert in die gewünschten Bahnen zu lenken und gleichzeitig den Gesprächspartner oder das Publikum zu dem beabsichtigten Ergebnis zu führen.“ Das sagt Karsten Bredemeier, Management-Berater und Rhetorik-Coach sowie Buchautor..
  • Wenn Sie ein guter Mensch sein wollen, dann ist die Verbotene Rhetorik nicht das Richtige für Sie.“ So beschreibt es Christiane Habermalz, Kulturkorrespondentin im Hauptstadtstudio von Deutschlandradio.
  • Schwarze Rhetorik nennt sich die Kunst, sich auch mit unfairen Mitteln erfolgreich zu behaupten.“ Das findet die Soziologin und Marktforscherin Johanna Hoffmann.

Richtig ist: mit Schwarzer Rhetorik können Sie manipulativ argumentieren und selbst anfänglich zögerliche Menschen davon überzeugen, überzeugt zu sein. Angewandt wird diese Technik überall, wo Menschen zusammenkommen. Im Betrieb (der Chef verkauft harte Maßnahmen). Im Verein (der Schatzmeister will eine Anschaffung ausbremsen). In der Politik (Präsident will seine Nation gegen andere aufwerten).

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Voraussetzung für die erfolgreiche Anwendung von derlei (hinter)listiger Sprachkunst sei, man verlässt den „fad der Fairness“ in der Kommunikation, so Hoffmann. Dem pflichtet der studierte Theologe Bredemeier bei: Schwarze Rhetorik sei „im Innersten ganz und gar von egomanischen und egozentrischen Motiven beherrscht.“ Sie wolle nichts anderes, als manipulativ und gesprächsbestimmend den Gesprächspartner oder das Publikum zum beabsichtigten Ergebnis führen.

Auch wer die Methoden selbst nicht anwenden möchte, tut gut daran, sie zu kennen,“ meint Hoffmann und zählt Beispiele auf. So könnten gezielte Gefühlsausbrüche, mit denen keiner gerechnet habe, in einer festgefahrenen Verhandlung die entscheidende Wende bringen. Oder: legen Sie Ihrem Gegenüber durch suggestive Fragetechniken ihre eigenen Argumente in den Mund. Weitere Tricks der Schwarzen Rhetorik: „Schwindeln, Schmeicheln, Falschdarstellungen, Killerphrasen.

In einem Text bei des Portals OnlineMarketing.de nennt Hoffmann „einige fiese Tricks“ Schwarzer Rhetorik. Etwa vermeintlich sicheres Auftreten trotz völliger Ahnungslosigkeit. Eine unangenehme Fachfrage lässt sich elegant umschiffen, wenn man bei der Antwort sofort auf das eigene Spielfeld umlenkt. Beispiel:

Fragt Sie etwa jemand zu einer Ihnen unbekannten neuen Entwicklung in der Künstlichen Intelligenz kann die Antwort lauten: „Viel wichtiger ist doch die Frage, wie wir die Technik für unsere Ziele nutzbar machen können. Dafür müssen alle zusammen arbeiten, um eine wirklich integrierte Lösung zu erarbeiten usw…“ Auf diese Weise könne man einer schwierigen Frage ausweichen und das Gespräch auf eine genehme Ebene bringen, so Hoffmann.

Auch sogenannte Killerphrasen könnten helfen, unerwünschte Diskussionen totzuschlagen. Sicherlich kennen Sie solche unschlagbar unangreifbar wirkenden Argumente auch schon gehört:
Das funktioniert in der Praxis nicht.
Das ist nicht bezahlbar.
Ich werde das mal intern diskutieren.
Das sprengt hier unseren Rahmen.
Das ist nun mal so vorgegeben.

Eine Art Manipulationsworkshop für die eigene Anwendung hat kürzlich der Rhetorikcoach Wladislaw Jachtchenko als Buch herausgebracht: „Schwarze Rhetorik: Manipuliere, bevor du manipuliert wirst!“ In dem Ratgeber verrät der gefragte Business-Coach Tipps, um sich „mal ganz egoistisch durchzusetzen, ob in Beruf oder Familie.“ Es geht um Scheinargumente, trügerische Körpersprache und verdrehten Wahrheiten – das alles helfe, um „immer und überall das letzte Wort zu haben“, verspricht der Klappentext.

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Doch letztlich – so gibt Jachtschenko in seinem Vorstellungsvideo zu – sind derlei Tricks für sich gesehen à la longe kein Garant für Erfolg: „Wohlgeschliffene Körpersprache und wohlklingende Rhetorik allein reichen nicht aus – es muss schon guter Inhalt dazukommen.“ Das ist auch unser Ansatz bei DIE WIEGANDs – Auftrittsberater.

Fazit:

Machen Sie sich rhetorisch fit – aber: arbeiten Sie sich zugleich in die jeweilige Materie gut ein. Hohle Rhetorik überzeugt letztlich weniger, als wahres Wissen, vor allem, wenn nachgehakt wird. Zum Gewinner werden diejenigen, die ihre Informiertheit auch noch brilliant präsentieren können…

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